Rucksack packen für Hike & Fly Hochtour

Was in Luciens Rucksack ist wenn er in die Berge geht

Eines vorweg: Mit dem Gleitschirm auf Hochtouren zu gehen kann sehr schnell zu einer Materialschlacht ausarten, wenn man nicht aufpasst. Und mit einem 15kg Rucksack in der Vertikalen unterwegs zu sein, ist keine Freude.

Was Lucien auf einer klassischen Hike & Fly Hochtour alles so dabei hat, erzählt er dir in diesem Beitrag.

Die richtige Flugausrüstung

Der Pi 16 ist mein klarer Favorit! Er gibt mir genügend Reserve, wenn es etwas mehr Wind hat, bietet gute Leistung und zusammen mit einem Strapless2 wiegt das Ganze nicht viel mehr als 2kg und hat ein Packmass von um die 12l.
Für etwas weniger geübte Piloten bietet sich z.B. ein Pi2 23 mit einem Easiness3 und Notschirm an. Wer sauber packt und nicht übermässig viel Material mitnimmt, bringt da alles rein.

Der richtige Rucksack

Persönlich nehme ich einen 35l Rucksack von Exped mit. Dieser ist leicht, ohne Schnickschnack und gross genug dass all mein Material rein passt. Für Leute welche mit einem 23er Pi2 und Strapless2 und Notschirm unterwegs sind, kann ich den gleichen Rucksack in Grösse 45l empfehlen.

Hochtourenmaterial

Was ich an Klettermaterial mitnehme hängt natürlich stark davon ab, was für eine Tour geplant ist.

Hier mal eine Auflistung für eine klassische Sommerhochtour mit Gletscher, so wie wir sie auch den Teilnehmern unserer Chill Out Hochtouren schicken.

  • Klettergurt
  • Steigeisen
  • Pickel
  • Helm
  • 4 Schraubkarabiner
  • 1x 60cm Bandschlinge
  • 5m Reepschnur (5-6mm)
  • Prusik
  • Eisschraube
  • 40m Seil

Bekleidung

Auch hier kommt es natürlich darauf an, was du planst und was der Wetterbericht so erzählt.
Was ich jedoch immer dabei habe sind folgende Sachen:

  • leichte Fleecejacke
  • leichte Dauwnenjacke
  • winddichte Softshell oder Regenjacke
  • Handschuhe und Mütze
  • Ersatz T-Shirt
  • Sonnenhut

Was es sonst noch so braucht

  • Sonnenbrille
  • Sonnencreme
  • Lunch
  • Wasserflasche
  • Karte, Kompass, Höhenmesser
  • Handy
  • Sackmesser
  • Halbtax, Bankkarte, Bargeld
  • Stirnlampe
  • Erste-Hilfe Kit
  • Ggf. Zahnbürste & Hüttenschlafsack
  • Alles was ich oben vergessen habe 🙂

Tipps und Tricks

  • Am Vorabend früh genug anfangen zu packen. Erspart dir viel Stress.
  • Dein Rucksack sollte im Optimalfall nicht schwerer als 8-10kg sein.
  • Denk daran, dass auch die Jacken, welche während dem packen noch an der Garderobe hängen, beim Hochlaufen dann auch noch in den Rucksack passen sollten.
  • Überall ein klein wenig an Gewicht einsparen macht am Ende in der Summe schnell mal 2kg aus. Zum Beispiel kannst du den Hausschlüssel im Auto lassen, Münz und Cumuluskarte brauchst du nicht, eine kleine Tube Zahnpasta reicht.
  • Karabiner am Strapless kannst du abnehmen, stattdessen nimmst du einfach zwei der Schraubkarabiner vom Klettermaterial.

Kleine Anmerkung: Diese Packliste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sie soll einen Einblick bieten, was bei mir so im Rucksack ist.

Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Spass auf deinen eigenen Touren und immer schön schwacher Wind aus der richtigen Richtung.

Lust auf Hike & Fly im Hochgebirge?

Bist du begeisterter Hike & Fly Pilot und möchtest das Bergsteigen erlernen?
Oder auf einer geführten Hike & Fly Hochtour die Berge genissen?
Dann könnte dich unser Hochtouren-Angebot zusammen mit Bergführer Tobi Suter und Chill Out Fluglehrer Lucien Caviezel interessieren.

Zu den Touren und Ausbildungskursen

 

 

Ski & Fly Locations

Chill Out Tipp

Start- und Landeplätze unmittelbar bei den Bergbahn-Stationen für viele Runs pro Tag mit offenem und übersichtlichem Gelände, um sich im Touch & Go, Hanglanden und Kiten zu üben. Das bieten unsere zwei Chill Out Ski & Fly favorite Locations. Geht übrigens auch mit dem Snowboard.

LAUCHERNALP IM LÖTSCHENTAL

Der 3er-Sessellift ist ideal für Ski & Fly. Den ganzen Tag weder Ski noch Gurtzeug ausziehen und 600m Höhendifferenz pro Flug. Unterhalb der Station Gandegg ist ein Startplatz planiert. Und oberhalb der Pfiri-Bar ist genügend Platz zum landen, den Schirm in den Schnellpacksack stopfen und mit dem Gurtzeug am Rücken wieder zum Sessellift zu fahren.

Auf dem Hockenhorn auf 3100m kann man ebenfalls starten, direkt unterhalb der Bergstation westlich der Gondelbahn. Unbedingt den Wind auf der Krete checken, um nicht in den Rotor zu starten. Die Landeplätze im Tal in der Nähe der Gondelbahn-Talstation sind anspruchsvoll. Weniger geübte landen auf der anderen Talseite nehmen die Brücke in Kippel. Dafür locken 1700m Höhendifferenz!

Geheimtipp: Vom Hockenhorn ist auch ein Gleitflug nach Gampel möglich. Oder zum Bahnhof Kandersteg. Siehe Beitrag Winter-Gleitflüge.

Metschstand / Lenk

Zwar muss man für die Gondelbahn die Ski ausziehen, dafür lockt die Location mit einem einfacher Start- und Landeplatz sowie 1000m Höhendifferenz. Der Startplatz unterhalb der Restaurant Terrasse sorgt für Zuschauer. Das Gelände ist perfekt für erste Touch & Go. Und du triffst dort oft die ADVANCE Testpiloten-Crew mit ihren neusten Protos.

Bei Westwind können geübte Pilotinnen und Piloten am Laveygrat kiten und soaren.

Beachte die Wildruhezone und den Luftraum vom Flugplatz St. Stephan.

Ski & Fly Kurse

Willst du alle Tipps und Tricks zum Ski & Fly lernen? Schau dir unsere Ski & Fly Weiterbildungen an.

Im Herbst geht’s hoch

Hütten und 4000er überfliegen

Die Tage werden kürzer – und damit die Streckenflüge. Dafür ist im Herbst die Basis meist höher als im Sommer. Hier ein paar Tipps für Flüge über hohe Berge und zu SAC Hütten. Wichtig ist hoch zu starten und immer über der Inversion zu bleiben, also über 2000 bis 2500 Meter.

Über Eiger, Mönch und Jungfrau

Mitte Nachmittag auf dem Schilthorn oder an der Birg starten. Mit maximaler Höhe direkt, oder via Ellstabhorn zur Westflanke der Jungfrau. Zwischen Silberhorn und Rottalhüüte Thermik suchen und schliesslich via Südflanke der Jungfrau aufdrehen. Genug Abstand vom Gelände halten wegen möglicher Gletscherabbrüche. Von der Jungfau ist’s ein gemütlicher Gleitflug via Jungfraujoch und Mönch zur Eigernordwand.

 

Geheimtipp Lötschental

Das Lötschental profitiert von trockener Walliser Luft und somit einer noch höheren Wolkenbasis. Mit ÖV ab Spiez ist die Anreise nicht länger als nach Grindelwald oder Stechelberg. Die Gondelbahn bringt dich auf die Lauchernalp auf 2000m (Betrieb bis 27. Oktober). Entweder 5 min westlich der Bergstation starten, oder zu Fuss einen Startplatz im einfachen Gelände höher oben suchen. Der erste Schlauch steht über der Bergstation der Gondelbahn. An der Südwestflanke vom Breithorn geht’s dann richtig hoch. Ab da ist’s ein kurzer Gleitflug zur Jungfrau oder nach Stechelberg.

 

Zvieri auf der Blüemlisalphütte

Die Allmenalp bietet sich als Ausgangspunkt an (Betrieb Seilbahn bis 20. Oktober). Nach dem Start links an der Felswand aufdrehen bis über die First. Dann ist der schwierige Teil hinter dir. Nach der Querung zur Bire via Dündehore zur Blüemlisalphütte. Direkt neben der Hütte ist ein einfacher Start- und Landeplatz. Zur Toplandung seitlich anfliegen wie beim soaren. Wie immer beim Toplanden ist der Plan A ein sicherer Vorbeiflug. Wenn’s passt, dann landen, aber nichts erzwingen (Stall Gefahr). Zum Wohl!

Videosammlung

Tutorials, Actionclips und Dokus die man kennen muss

Tutorials

Prüfungsmanöver

Playlist vom SHV


DHV Skyperformance Tutorials

Playlist vom deutschen Gleitschirmverband. Siehe insbesondere Video #19 Rückwärts einhängen und #5 Rückwärts aufziehen


How I learned to reverse launch

Super Tutorial zum Rückwärtsstart


Master Strong Wind Launches

Viele gute Tipps gut erklärt


Paragliding XC Secrets

Playlist von Flybubble mit 32 Videos


Paraglider Control

Playlist von Flybubble mit 17 Videos


Manövervideos GlideZeit

Von Rollen über Vrille bis SAT


Théo de Blic Tutorial

Acro Manöver sympathisch erklärt


Master Acro

4h Lernvideos von Pal Takats für 170.-


Action & Doku

Jean Baptiste Chandelier

Playlist seiner besten Videos


Don’t try this at home

Kreative Acro Stunts von Francois Ragolski


Magikistan

13 min Doku eines vol-biv Trips durch Tadschikistan


500 miles to nowhere

7 min Doku vol-biv Trips in den Rocky Mountains


Forgotten Island

30 min Film von Socotra, einer Insel vor Jemen


Something between

49 min Acro Film eines Roadtrips durch Europa

Einsteiger Streckenflüge im Berner Oberland

Routen, Tipps und Gefahren

Streckenfliegen ist schwieriger als Thermikfliegen. Gut möglich, dass du nach 15 Minuten am Boden stehst. Das gehört dazu. Freu dich an einer sicheren Landung und analysiere, was du besser machen könntest.

 

Die farblichen Markierungen im Gelände sind häufige genutzte Thermik-Gebiete.


NIESENKETTE

  • Ein klassischer Einsteiger-Streckenflug ohne Talsprünge.
  • Möglichst über der Krete bleiben. Dann sind grosse offizielle Landeplätze jederzeit im Gleitflug erreichbar.
  • Luftraum Flugplatz Reichenbach beachten SHV Infotafel Niesen Reichenbach
  • Alternativer Landeplatz: Adelboden Bode. Adelboden Dorf wegen Talwind sehranspruchsvoll. SHV Infotafel Adelboden
  • Starker Talwind und zum Teil enges Tal. Nicht zwischen Frutigen und Adelboden landen.
  • Verlängerung nach Spiez ist auch nett.
Wendepunkte

Niesen – Albristhorn – Frutigen

Strecke

35 km

 

 


AMISBÜHL – NIEDERHORN

  • Landeplatz Lehn jederzeit im Gleitflug erreichbar
  • Bei tiefer Basis einfach Niederhorn weglassen
  • Tief gelegenes Fluggebiet, auch bei etwas mehr Höhenwind noch möglich
  • Talwind-Lee beim Restaurant Luegibrüggli vermeiden
Wendepunkte

Amisbühl – Hohwald – Bire – Niederhorn – Lehn

Strecke

11 km

 

 


 

FIRST – INTERLAKEN

  • Nicht möglich wenn LS-RS Axalp aktiv ist.
  • Über der Krete bleiben. Die Schynige Platte unterhalb der Krete südlich umrunden ist Rodeo wegen Talwind-Rotoren.
  • Landung im Lütschinental vermeiden wegen starkem Talwind und Turbulenzen. Besser mit genügend Höhe im Talwind nach Grindelwald gleiten.
Wendepunkte

First – Waldspitz – Reeti – Faulhorn – Louchernhorn – Schynige Platte – Höhematte

Strecke

18 km

 

 


 

NIEDERHORN – MORGENBERGHORN

  • Soaren am Därliggrat funktioniert erst am Nachmittag  mit Talwind und Sonne.
  • Am Därliggrat kann man dank Talwind auch tief  ins Lehn zurück gleiten.
Wendepunkte
Niederhorn – Gemmenalphorn – Därliggrat – Morgenberghorn – Lehn
Strecke
21 km

 

 

Hike&Fly Tourentipp Frühling

Bitschi 1960m – Bänz'es Tipp für Fortgeschrittene und Thermikfreunde

«Every short trip will teach you things, foundation skills you can’t learn in any article. A volbiv succeeds mostly on your ability to solve problems in the field. You have to be exposed to learn them.» (Greg Hamerton)

«Hike&Fly lernt man, indem man es tut», schreibt Greg Hamerton in einem lesenswerten Artikel > übers Biwakfliegen. Nur einen Bruchteil dieser Kunst kann man in der Theorie erlernen. Das echte Lernen geschieht unterwegs und basiert auf der Bereitschaft, immer wieder neue Touren auszuprobieren. Die Lernzone befindet sich dort, wo man neue Herausforderungen findet, die man mit seinen Fähigkeiten meistern kann. Stolz und Freude sollen die Landung begleiten.

Selbstverständlich erleichtert ein Theorieabend gefolgt von einer geführten Know-How Tour den Einstieg. Interessierte Flugschüler und Piloten finden im Hike&Fly Know-How > eine umfassende Quelle für den Einstieg oder die Weiterbildung.

Von der Frühlingsthermik lernen

Viele geniessen Hike&Fly-Touren an ruhigen Herbsttagen. Ich persönlich finde an den Frühlingstouren mehr Gefallen, weil sie mich auf allen Ebenen fordern: Die Thermik erwacht, ich muss mich mit den bodennahen Windsystemen befassen und kann die Tour vielleicht mit einem Streckenflug krönen. Im Idealfalle dauert der Flug sogar länger als der Aufstieg.

Bitschi 1960m – kleine Perle hoch über dem Brienzersee

Fast die gesamten südlichen Hänge des Brienzer Grates bieten an Wochenenden und ausserhalb der Wildschutzzone prima Gelände für vielseitige Frühlingstouren. Es sind aber Spielregeln zu beachten; von K wie Kabel, über L wie Luftraum bis W wie Wildschutz! Nicht zuletzt deshalb ist diese Tour auch ein prima Training der Flugvorbereitung und der Orientierung im Gelände. Mehr dazu unten bei den Facts.

Übersicht in map.geo.admin.ch >

Facts & Rules:

  • Niveau: Mittel (Piloten mit aktivem Flugstil, Orientierungssinn während des Fluges und der Bereitschaft zur Landung an inoffiziellen Landemöglichkeiten).
  • Aufstieg: beginnt in Oberried am Brienzersee und umfasst 1100hm (2-3h). T3 (Wenn trocken und schneefrei = Turnschuhgelände). Der Ausgangsort ist prima mit dem Zug erreichbar.
  • Lawinengefahr: Falls der Winter nochmals zuschlägt, ist bei kritischer Neuschneemenge oder viel Altschnee im Hang oberhalb des Startplatzes die Lawinengefahr zu beachten. Die letzten 300m des Aufstieges sind lawinengefährdet. Meistens ist der gesamte Südhang in März bereits schneefrei.
  • Startrichtungen: W – S – O
  • Ideale Wetterlagen: Schwachwindig aus den Sektoren W – S – O
  • Ungünstige Wetterlagen: Mässige Höhenwinde aus dem Sektor N oder Südföhn (Das Fluggebiet liegt nahe an der Föhnachse Grimsel–Brünig-Pilatus). Je stärker der Grat von Norden überspült wird, desto anspruchsvoller bis x-alpiger wird die Lee-Thermik.
  • Alternative Startplätze am Grat: In der Karte sind 2 weitere Möglichkeiten im Umkreis von 3-7 km markiert («Rotschalp» bei Brienz: Einfach, «Graagetor unten» bei Ringgenberg: Schwierig). Es handelt sich durchwegs um inoffizielle, echte Hike&Fly Startplätze. Erwartet weder Golfrasen, noch Windsack und Infotafel. Weckt eure Sinne! Dafür quatscht euch niemand aufs Ohr und es drängen keine Tandempiloten $$$.
  • Wasser: Am Startplatz sprudelt – sofern aufgetaut – ein Brunnen
  • Schutzhütte: Südlich des Startplatzes sowie am Aufstiegsweg gibt es Schutzhütten.
  • Biwak: Sofern der Boden trocken ist, böte der Startplatz ebene Flecken für eine sternenklare Nacht im Schlafsack (Komfortbereich bis 0° oder Löffel-Genosse/in empfohlen).
  • Luftraum: Das Fluggebiet befindet sich in der CTR des Flugplatzes Meiringen, HX Status, die meistens unter der Woche aktiv ist (Unwissenheit schützt vor Abschuss durch FA18 nicht). Infoband: 0800 496 347. Segelflugkarte > 
  • Kabel: Vorsicht im Bereich Ringgenberg Graagetor und Gummenalp bei Brienz, da lauern ein paar fiese Fallen für den sorglosen Hangkratzer. Kabelkarte >
  • Wildschutz: Der Startplatz grenzt an das Wildschutzgebiet Tannhorn, in dem Start und Landungen von Hängegleitern per Gesetz verboten sind. Im Frühling gibt es zudem folgende Vereinbarung > die in den Monaten April bis Juni den Überflug aufs Wochenende beschränkt. Der Abschuss von Steinwild zwecks Imbiss ist auch vom Hängegleiter aus nicht gestattet.
  • Landemöglichkeiten in Oberried: In der Karte oben sind inoffizielle Landemöglichkeiten markiert. Vorgängig besichtigen und NUR auf gemähten Wiesen landen, auf denen auch KEIN Vieh steht! (Sonst trifft euch der Blitz in den A****)
  • Landemöglichkeiten mit 2x Aufdrehen in der Thermik: Interlaken Höhenmatte (GZ 11) oder Hofstetten bei Brienz (GZ 7.5). Bei Talwind kann man sich mit Rückenwind wie ein Ballon nach Brienz blasen lassen und an den Prallhängen aufsoaren, oder die anspruchsvollere Aufgabe gegen den Wind versuchen. Bei Bise hingegen führt der Ballonflug nach Interlaken und vielleicht findest du unterwegs die Bise-Talwind-Konvergenz? Eigene Gleitzahlen in ruhiger Luft ermittteln mit parange.ch >
  • XC: Sowohl Richtung NO (Meringen-Engelberg) wie auch Richtung SW (Niederhorn-Thun) gibt es einige Kilometer zu fressen und kleinere Talquerungen zu knacken. Wer am Nachmittag den Brünigpass zu tief überfliegt, wird zum Futter der Brünig-Schlange (En Gööte!). Richtung Pilatus eignet sich eher für Luftraum-Techniker, denn es wird sehr schnell ziemlich eng.
  • Webcams: Brienzer Rothorn Roundshot >, Axalp>

Viel Spass und schickt mir Fotos von eurer Tour!

Bänz Erb | Hike&Fly Know-How

bendicht@chilloutparagliding.com

Wo früh starten und weit fliegen ?

Bewährte XC und Thermikflug Startplätze im Berner Oberland

Winter Thermik Hot Spots sind ab Spätfrühling in der Regel (zu) früh Wind-überspült

Die bekannten Berner Oberländer Winter Thermik-Hot Spots wie:

  • Mürren/Schiltgrat
  • Adelboden/Tschenten (offen bis 24.3.2019)
  • Lenk/Hahnenmoos (offen bis 7.4.2019)
  • Kandersteg/Oeschinen (offen bis 17.3.2019)

sind durch die aufkommenden Talwindsysteme immer mehr überspült und deshalb ab dem Spät-Frühling oft nicht mehr optimale Streckenflug-Einstiege: Die thermisch aktive Zeit, wo man an diesen Startplätzen sicher überhöhen kann und der Talwind die aufsteigende Warmluft nicht komplett zerreisst ist in der Regel (zu) kurz.

Talwind-freie Frühlings-/ Sommer-Startplätze

Starplätze oberhalb und/oder geschützt von den Talwindsystemen liegend, sind ab ende März in der Regel die sichersten Thermik-Einstiege: Die nutzbaren Aufwinde können sich bei labiler Luftschichtung an klaren Abrisskanten über möglichst dunklem Untergrund dort störungsfrei ablösen.

  • Grindelwald First: durchgehend Offen !
  • Glacier des Diablerets: durchgehend Offen !
  • Interlaken Amisbühl: durchgehend mit Postauto erreichbar
  • vorderer Gurnigel: durchgehend mit Postauto erreichbar
  • Schilthorn: Revision 23.-26.4.2019 sonst durchgehend Offen
  • Stockhorn: Offen ab 19.April 2019
  • Niederhorn:  Offen ab 21.April 2019
  • Niesen: Offen ab 10.Mai 2019
  • Meiringen/Planplatten: Offen ab 15.6.2019
  • Wispile: ab 4.5.-26.5 Wochenendbetrieb; ab 15.6.durchgehend Offen
  • Schynige Platte (After-Work Fluggebiet): Offen ab 30.Mai 2019
  • Lenk / Bettelberg: Offen ab 8.6.2019

Bergbahn-Betriebsdaten ohne Gewähr

WINTER-GLEITFLÜGE

Chill Out Tipp

Winter muss für Gleitschirmflieger nicht langweilig sein! Auch Gleitflüge haben ihre schöne Seiten. Ich persönlich kann spezielle, nicht alltägliche Gleitflüge oft mehr geniessen als Streckenflüge. Auf Gleitflügen hat man Zeit zum schauen und die Seele Baumeln lassen. Mir gefällt das gut. Ich habe hier etwas speziellere, zum teil auch anspruchsvollere Gleitflüge beschrieben, damit es euch auch im Winter ohne Thermik nicht langweilig wird.

Einige der Gleitflüge sind extrem knapp mit der Gleitzahl. Wenn es knapp wird ist wichtig, dass du dich früh genug für einen Notlandeplatz umschaust. Wenn du nicht sicher bist ob es zum geplanten Landeplatz reicht oder nicht, ist der Ausgang meist auch für Profis ungewiss weil es wirklich knapp ist. Dann entscheidet der Untergrund ob du weiterfliegen darfst oder nicht: Fliege nur weiter wenn du jederzeit einen sicheren Notlandeplatz erreichen kannst. Ist dies nicht der Fall, darfst du es nicht riskieren, sonst hängst du bald im Baum oder an einem Dach… Vergiss nicht vor jedem unbekannten Flug einen Blick auf die Lufthinderniskarte zu werfen, damit du auch ohne Skytraxx-Warnung weisst wo die Kabel hängen.

Winter Meteo: Der Talwind ist nur schwach im Winter und er reicht nicht hoch. Der thermische Wintertalwind reicht selten höher als 500m über Talboden. Auch im März, wenn die Thermik über dem Wald schon wieder gut ist, gibt es noch kaum starken Talwind.

Unten sind einige Gleitflug-Ideen auf Parange.ch mit Gleitzahl 8 dargestellt. Bei den Challenge-Gleitflügen reicht diese nicht aus, dann steht die effektive erforderliche Gleitzahl um es zu schaffen. Wer einen High-B Schirm mit Liegegurtzeug fliegt, kann bei Windstille fast mit Gleitzahl 10 rechnen. Mit Low-B Schirmen mit 9.5.

Tipp: Arme hinter den Tragegurten oder versteckt am Körper bringt auch schon fast eine halbe Gleitzahl….

Viel Spass!

Beni Kälin

Kombos

Hier noch drei Kombinationen für alle die mehr als einen Flug machen wollen:

Kombo Easy

1. Männlichen – Grund
2. First – Grund
3. Männlichen – Interlaken

Kombo Challenge

1. Männlichen – Bodmi
2. First – Zweilütschinen
3. Männlichen – Interlaken

Kombo Super Challenge

1. Männlichen – Bodmi
2. First – Zweilütschinen
3. Männlichen – Stechelberg
4. Schilthorn – Interlaken

Männlichen – Interlaken

  • Strecke: 10km
  • Erforderliche Gleitzahl: 7
  • Achtung: Luftraum REGA und Heliport Gsteigwiler beachten. Nicht über den Rugen fliegen!!!
  • Meteo: Bise kommt als Talwind (Gegenwind) daher und macht den Flug schnell unmöglich.
  • Startplatz: Von der Station Richtung Gipfel gehen. Startmöglichkeiten nach Westen, Süden und im Tiefschnee Richtung Osten.

Männlichen - Interlaken

First – Zweilütschinen (Challenge)

  • Strecke: 12.5 km
  • Erforderliche Gleitzahl: 9 (mit Gleitzahl 8 wie im Bild reicht’s nicht)
  • Meteo: Nur bei Nullwind, Bergwind oder schwachem Talwind möglich.
  • Achtung: In Talmitte fliegen. Westlich von Bussalp hängen viele Seile an den Südhängen oberhalb Burglauenen! Blick auf Lufthinderniskarte wichtig!
  • Landeplatz: Gibt es kein offiziellen. Grosse Felder wählen und auf Stromleitungen achten.

First - Zweilütschinen

Schilthorn – Interlaken (Challenge)

  • Strecke: 17.5 km
  • Erforderliche Gleitzahl: 7.5
  • Meteo: Höhenwind auf dem Schilthorn darf nicht zu stark sein. Und zwischen Wilderswil und Zweilütschinen darf nicht mehr als schwacher Talwind oder Bise blasen.
  • Achtung: Luftraum REGA und Heliport Gsteigwiler beachten. Nicht über den Rugen fliegen!!!
  • Achtung: Beim Start nach Westen (oder SW) muss man direkt nach dem Start über den Grat fliegen ins Saustal. Danach vorbei an der Lobhornhütte über Sulwald. Das schwierigste ist der Start. Nicht starten wenn der Schnee hart ist und Abrutschgefahr besteht.

Schilthorn - Interlaken

Schilthorn – Kiental (Challenge)

  • Strecke: 10 km
  • Erforderliche Gleitzahl: 5.5
  • Meteo: Höhenwind auf dem Schilthorn darf nicht zu stark sein.
  • Landung in Kiental “im Boden” in der Nähe vom Sessellift. Einfacher Landeplatz. Von dort fahren Busse.
  • Achtung: Das Kiental liegt in einer Naturschutzzone. Das Überfliegen ist zwar erlaubt, wir bitten dich jedoch dringend darum in der Talmitte mit grossem Hangabstand zu fliegen so dass die Tiere nicht in Stress kommen. Aussenlandungen sind nicht erlaubt.

Schilthorn - Kiental

Planplatten – Brienz (Challenge)

  • Strecke: 15.5 km
  • Gleitzahl: 9.5 (Mit Gleitzahl 8 wie im Bild reicht’s nicht)
  • Achtung: Nur wenn CTR / TMA Meiringen nicht aktiv
  • Meteo: Schwacher Westwind
  • Startplatz: Im Winter ist es schwierig Richtung Osten zu starten. Nach Westen ist einfach. Für Windmessstation am Startplatz siehe Flob.ch

Planplatten - Brienz

Hockenhorn – Kandersteg

  • Strecke: 12.5 km
  • Gleitzahl: 6 (Frutigen 10)
  • Achtung: Alpines Gelände, Lawinensituation beachten.
  • Meteo: Kein Südüberdruck (Föhntendenz)
  • Startplatz: Von der Bergstation Hockenhorn 15 min zu Fuss (ggf. Ski auf der Schulter) unter dem Hockenhorn traversieren. Startplatz auf dem Rücken westlich vom Hockenhorn.

Hockenhorn - Kandersteg

Hike & Fly Know-How
Alles, was du für erfolgreiche Touren abseits des Rummels wissen musst